Pra­xis­bei­spiel: Stress­min­dern­den Fak­to­ren in der Ver­kehrs­pla­nung er­ar­bei­ten und An­hal­te­we­ge von Fahr­rad und Auto be­rech­nen

Die Schü­ler:in­nen un­ter­su­chen, wie sich Re­ak­ti­ons­weg, Brems­weg und An­hal­te­weg bei Fahr­rä­dern und Au­tos un­ter­schei­den. Aus­gangs­punkt kön­nen ty­pi­sche Ver­kehrs­si­tua­tio­nen aus ih­rem All­tag sein, etwa ein plötz­lich auf­tau­chen­des Hin­der­nis, das Brem­sen vor ei­nem Ze­bra­strei­fen oder eine un­über­sicht­li­che Kreu­zung. Mit­hil­fe ein­fa­cher ma­the­ma­ti­scher Be­rech­nun­gen ver­glei­chen sie, wel­che Stre­cke ein Fahr­rad be­zie­hungs­wei­se ein Auto bis zum voll­stän­di­gen Still­stand zu­rück­legt. Da­bei be­rück­sich­ti­gen sie Fak­to­ren wie Ge­schwin­dig­keit, Re­ak­ti­ons­zeit, Fahr­bahn­be­schaf­fen­heit und Wit­te­rungs­ver­hält­nis­se.

Im wei­te­ren Pro­jekt­ver­lauf be­rech­nen die Schü­ler:in­nen un­ter­schied­li­che Sze­na­ri­en und stel­len ihre Er­geb­nis­se in Ta­bel­len, Dia­gram­men oder Skiz­zen dar. Er­gän­zend kön­nen auf dem Schul­hof un­ter si­che­ren Be­din­gun­gen die Brems­we­ge von Fahr­rä­dern ge­mes­sen und mit den zu­vor be­rech­ne­ten Wer­ten ver­gli­chen wer­den. So wird deut­lich, war­um be­reits ge­rin­ge Ge­schwin­dig­keits­un­ter­schie­de den An­hal­te­weg er­heb­lich ver­län­gern und wel­che Be­deu­tung eine auf­merk­sa­me und vor­aus­schau­en­de Fahr­wei­se hat.

An­schlie­ßend rich­ten die Schü­ler:in­nen den Blick auf die Ver­kehrs­pla­nung. Sie un­ter­su­chen, wel­che Maß­nah­men Stress, Un­si­cher­heit und häu­fi­ges Ab­brem­sen im Rad­ver­kehr re­du­zie­ren kön­nen. Dazu zäh­len bei­spiels­wei­se eine Grü­ne Wel­le für Rad­fah­rer:in­nen, Fuß­stüt­zen an Am­peln, gut sicht­ba­re Fahr­bahn­mar­kie­run­gen oder ech­te Fahr­rad­stra­ßen, auf de­nen der Rad­ver­kehr Vor­rang er­hält. Die Ler­nen­den kön­nen kon­kre­te Stra­ßen oder Kreu­zun­gen aus ih­rem Schul­um­feld ana­ly­sie­ren und ei­ge­ne Ver­bes­se­rungs­vor­schlä­ge ent­wi­ckeln.

Ab­schlie­ßend wer­den die Er­geb­nis­se ge­mein­sam aus­ge­wer­tet. Die Schü­ler:in­nen dis­ku­tie­ren so­wohl das ei­ge­ne Ver­hal­ten im Stra­ßen­ver­kehr als auch die Fra­ge, wie eine si­che­re und kom­for­ta­ble In­fra­struk­tur zu we­ni­ger Ge­fah­ren­si­tua­tio­nen bei­tra­gen kann. Das Pro­jekt ver­bin­det ma­the­ma­ti­sche In­hal­te mit Ver­kehrs­be­ob­ach­tung und zeigt, dass Ver­kehrs­si­cher­heit durch ver­ant­wor­tungs­be­wuss­tes Ver­hal­ten und eine durch­dach­te Ver­kehrs­pla­nung glei­cher­ma­ßen be­ein­flusst wird.