Praxisbeispiel: Auto-Fahrgemeinschaften organisieren
Fahrgemeinschaften bieten eine gute Möglichkeit, den Autoverkehr vor Schulen zu reduzieren und nachhaltige Mobilität im Schulalltag praktisch zu thematisieren. Gemeinsam mit den Schüler:innen kann zunächst untersucht werden, wie die täglichen Schulwege zurückgelegt werden und bei welchen Familien sich gemeinsame Fahrten anbieten könnten. Dabei beschäftigen sich die Lernenden mit Verkehrsaufkommen, Umweltbelastung, CO₂-Ausstoß und der Frage, wie vorhandene Fahrzeuge effizienter genutzt werden können. Gleichzeitig wird deutlich, dass Fahrgemeinschaften Kosten sparen, Familien organisatorisch entlasten und die Zahl der Autos im direkten Schulumfeld verringern können.
Anschließend entwickeln die Schüler:innen ein Fahrgemeinschaftskonzept für ihre Schule oder eine ausgewählte Klassenstufe. Dazu sammeln sie mögliche Abholpunkte, Fahrtzeiten und Regeln für eine verlässliche Organisation. Ein wichtiger Bestandteil ist die sichere Gestaltung der Autofahrt: Lässt sich das Bringen mit dem Auto nicht vermeiden, sollten Eltern rechtzeitig losfahren und defensiv fahren, statt Zeitdruck durch erhöhtes Tempo auszugleichen. Die Kinder müssen in modernen, altersgerechten Kindersitzen gesichert sein, da ungeeignete Rückhaltesysteme das Verletzungsrisiko erheblich erhöhen. Schulranzen und andere Gegenstände sollten sicher im Fußraum verstaut werden, damit sie bei einer starken Bremsung oder einem Unfall nicht umhergeschleudert werden.
Auch das sichere Ankommen wird berücksichtigt. Kinder sollten auf der Gehwegseite ein- und aussteigen und nicht unmittelbar vor dem Schultor abgesetzt werden. Sinnvoll sind ausgewiesene Elternhaltestellen, von denen aus die letzten mindestens 250 Meter zu Fuß zurückgelegt werden. Abschließend können die Schüler:innen ihre Ergebnisse in Flyern, Plakaten oder einer digitalen Übersicht festhalten und gemeinsam Regeln für umweltfreundliche, sichere und rücksichtsvolle Fahrgemeinschaften formulieren.